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#16 RE: Huhu von Susanne 09.11.2010 19:43

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Silverwings und Apfelblüte: ich bitte euch um Fortsetzung!

#17 RE: Huhu von mira 09.11.2010 20:59

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Schliesse mich dem Wunsch von Susanne an, hat mich sehr neugierig gemacht!

Mira

#18 RE: Huhu von Silverwings 10.11.2010 00:41

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@ Apfelblüte: Danke fürs Antworten! Ja schade, hätte mich echt interessiert, wenn mit dem Musikinstrument noch mehr passiert wär, aber vielleicht kommt das ja wirklich noch ...

Und ja, ich meinte das mit meinem Gesang. Wenn du Martins Gongspielen so wunderbar ergreifend beschreiben kannst, dann kannst du das doch bei meinem Singen bestimmt auch ... dachte ich mir so.

Zitat von Apfelblüte

(@Silverwings. Hab ich extra geschrieben, damit du mal kapierst, dass deine Arbeit wirkt.)

Ja, danke! Wirkt bloß nicht bei jedem gleich gut. Manche Leute fühlen nur eine wunderbare Entspannung, aber ich hatte jetzt auch schon mal einen Fall, wo hinterher die Knieschmerzen weg waren (von denen ich gar nix wußte).

@mira & Susanne: Hm, was wollt ihr denn da genau wissen? Der Thread von Apfelblüte im merliners zum Neuen Musikinstrument ist hier:

http://energy.siteboard.eu/f30t2443-neue...Musikinstrument

Der ist schon an sich ziemlich spannend zu lesen.

Ihr Klangerlebnis mit den Gongs und Kristallen findet sich hier:

http://energy.siteboard.eu/f28t4519-ein-...t=Klangerlebnis

oder auch hier: p1316-neuartige-begnungen.html#p1316

Dann gibt es im merliners noch meinen Thread Sternensprache und das Erschaffen durch Klang mit ein paar einführenden Channels zum Thema, da stehen auch noch ein paar Hörproben drin.

http://energy.siteboard.eu/f42t189-stern...urch-klang.html

Und ich hab auch noch Apfelblütes Mail mit ihrer Rückmeldung über die schamanische Reise und auch meine eigene schamanische Fuchsreise (viele Jahre her), die ich kurz vor dem Gesang an Apfelblüte geschickt hatte - was sicher viel damit zu tun hatte, daß dann der Fuchs als ihr Krafttier erschien. Wollt ihr das alles lesen? Dann mach ich vielleicht besser nen neuen Thread auf ... aber nicht mehr heute nacht, gähn ...

Wenn ihr zu den Gesängen irgendwas wissen wollt, einfach fragen. Im Prinzip sind es schamanische Gesänge. Man stimmt sich auf die Absicht ein, für die man singt, dann läßt man die Töne durch, die das erschaffen. Daher ist Schritt eins, daß man die Absicht sehr klar haben muß, bevor man den Gesang beginnt. Dann läßt man einfach alles durch, was durch einen durch kommen will. Heiser werd ich davon eigentlich eher nicht, außer in sehr extremen Fällen.

Ich hab Anfang des Jahres für Apfelblüte und im Herbst 2009 für ShanuRa gesungen (die war sich aber nicht sicher, was das bei ihr genau bewirkt hat - wenn überhaupt etwas -, da sie noch viele andere Dinge gemacht hatte, z.B. Tom Kenyon Seminar). Das war Teil eines Experiments, um herauszufinden, ob die Gesänge auch auf die Entfernung wirken oder ob die Person anwesend sein muß. (Eigentlich logisch, wenn Fern-Reiki wirkt, daß es dann mit Tönen wohl auch funktioniert. Aber ich wollte es halt genau wissen. )

Tja, so weit erstmal. Wenn ihr dran Interesse habt, kann ich morgen die Reisen posten.

gutnacht
Silverwings

#19 RE: Huhu von Susanne 10.11.2010 01:00

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Ich freu mich wenn du bei Gelegenheit die Reisen postest, liebe Silverwings. Aber bitte, mach dir bloß keinen Stress. Ist mit den momentanen Energien m. E. einfach nicht kompatibel...

Gute Nacht!

#20 RE: Huhu von elrod 10.11.2010 07:33

auch von mir ein herzliches Willkommen, liebe Silverwings!

Das finde ich sehr faszinierend, was ihr da über das Singen erzählt!
Werde mich noch durch die entspredchenden threads lesen.

liebe Grüsse
Margreth

#21 RE: Huhu von mira 10.11.2010 08:38

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Liebe Silverwings

Da werde ich reinschauen, danke Dir für das Zusammenstellen der verschiedenen Threads!

Mira

#22 RE: Huhu von Apfelblüte 10.11.2010 09:56

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Irre, nachdem ich auf die Idee kam, in den PNs vom Merliner nachzusehen - wo ich dann auch etwas fand - habe ich den Text auch auf meinem Computer wiedergefunden. Ich sagte ja der Fuchs ist wieder im Spiel. So und nun meine Mails an Silverwings nach dem Gesang:

"Hallo Silverwings,

da will ich doch mal beschreiben, was ich jetzt eben erlebt habe. Es ist nun nach meinem Computer 14:21.

Also ich habe mich zur Siesta in meinen Sessel gelegt und die Augen geschlossen. Wie spät es da war, weiß ich nicht, irgendwas vor 14:00. Dann tauchte nach einiger Zeit – vorher war so alles mögliche andere abgelaufen, aber so wie immer – ein Fuchs auf. Irgendwann dann auch Krähen. Keine Ahnung mehr in welcher Reihenfolge. Zuerst spielte er mit mir, wir machten Verfolgungsjagden durch seinen Bau, ich war zwischendrin auch mal ein Fuchs. Das Ganze lief aber sehr wirr ab und ich kriege das alles nicht mehr richtig hin.

Der Fuchs führte mich zu einem Feld und meinte, das sei mein Feld. Dort waren Maulwürfe, zuerst griff ich nach einem Spaten – so nach dem Motto, Maulwürfe sind nicht gut. Doch der Spaten verbog sich, oder flog einfach in die Luft. Ich etwas verwirrt, der Fuchs aber meinte nur: Lass sie, die arbeiten für dich. Und wirklich die nahmen mir die Arbeit des Umgrabens ab. Dann sah ich auch Regenwürmer. Nach einiger Zeit ging ich mit Saat über das Feld, keine Ahnung, was ich da säte. Dann sah ich plötzlich Leute kommen, ich fragte immer nur: was möchtest du. Einer wollte eine Sonnenblume, ein anderer einen Kohlkopf. Und auf meinem Feld wuchs alles das, was die Leute wollten. Dann gingen wir zum nächsten Feld, auch das bestellte ich auf die gleiche Weise, dieses Mal war mir beim Sähen bewusst, dass ich gar nicht wissen musste, was ich da säte. Und ich nahm vorher die Maulwürfe in die Hand, streichelte sie, bedankte mich bei ihnen, ebenso bei den Regenwürmern. Dann fragte ich, wo der Regen bliebe. Der Fuchs grinste nur, pinkelte mal hierhin und mal dahin, die Maulwürfe des gleichen. Ich habe mich ausgeschüttet vor Lachen.

Irgendwann zwischendrin tauchten auch Krähen auf. Ich stand – ich glaube es war nach der Szene mit dem ersten Feld – und die Krähen fingen an, meinen Körper aufzuschlitzen. Ich dachte noch: oh, eine Zerstückelung im Stehen, mal ganz was Neues. Die Krähen pickten aber auch Teile aus mir heraus und der Fuchs schlürfte zuerst das Blut das lief (übrigens war das das erste Mal, dass ich in einer Zerstückelungsreise Blut fließen sah), dann fraß er auch anderes. Zum Schluss blieb von mir nur eine Hülle. Mein Herz hatte ein Mann in seine Hände genommen und hielt es sehr liebevoll in Gewahrsam. Irgendwann befanden wohl alle, jetzt sei es gut, denn der Mann hielt das Herz in die immer noch stehende Hülle. Darum herum sortierte sich alles andere. Die Krähen flogen immer wieder durch mich durch und hinterließen dann irgendwas, der Fuchs schlängelte sich durch meinen Körper und irgendwann war ich wieder komplett.

Bei dem zweiten Feld – das fällt mir jetzt erst ein – kam irgendwann der Fuchs zu mir und kuschelte sich an mich, fuhr mit seiner Zunge über mein Gesicht. Aber das Gefühl wechselte ständig zwischen – ein Kuscheltier und das ist ein Mann. Hm. Plötzlich wieder der grinsende Fuchs: wir mussten doch das Feld befruchten. Hm????

Gegen Ende spürte ich auf einmal auch an meinem tatsächlichen Körper etwas, vor allem im Augenbereich, erst links dann rechts, auf der Stirn und an den Ohren, einmal fast, als drücke etwas gegen meine Ohren. Dann plötzlich ein Wort ganz klar und deutlich: fitter!!! Es klang für mich wie: du bist jetzt fitter (nur zur Erklärung, ist ja nicht ein Allerweltswort in der Form). Dann: Heissa!!! Und auf einmal: so, das war’s. Und ich mit einem Schwupps von meinem Sessel auf. Eh, danach kam mir dann die Idee, das alles mal festzuhalten.

Jetzt bin ich aber rasend gespannt. Ach ja, irgendwie kribbelt mein ganzer Körper noch, ich spüre ein bisschen mein Herz, ist aber nicht unangenehm, und auf meiner Stirn spüre ich ab und an wie kleine Blitze. Na, da lass ich mich mal überraschen, was noch kommt.

Und im Übrigen hatte ich heute Morgen auch noch eine neue Erkenntnis, die habe ich im Forum gepostet unterm Thema Neue Energie und heißt: der herumgedrehte Puzzlestein.

So, und wenn ich weiß, was du gemacht hast, kriegste auch noch ein Statement, dass du dann verwenden kannst.

Ach übrigens, jetzt ist es mir auf einmal kalt, so wie wenn man nach einer Krankheit wieder zu sich kommt. Und noch was Lustiges: Der Mann, der mein Herz hielt, wirkte auf mich wie der Student mit der Koralle.

Jetzt bist du dran.


Später

So, ich habe die Reise gemacht und konnte gleich alles auf einen Schlag erledigen. Ich habe Krähen und Fuchs aufgesucht, den Mann mit dem Herzen und nach der Sprache (Ashkani) gefragt.

Der Fuchs ist mein Krafttier für meinen Arbeit – also das gefällt mir ausgesprochen gut. Jetzt will ich mal sehen, ob ich den nicht als Stofftier finde. Die anderen habe ich alle in einem speziellen Korb versammelt. Und es waren keine Krähen sondern Raben – hm, hätte mir als Biologin nicht passieren dürfen, kommt aber, weil ich nie so deutlich sehe und ich dachte wohl erst an Krähen wegen dir (meine Vermutung). Sah dann Odin verkehrt herum an seinem Baum hängen und mir kam so die Idee, dass der auch ein Trickster ist. Erst einmal alles anders machen als gewohnt. Na, das gefällt mir sowieso. Und jetzt fällt mir ein, dass der so die Runen geholt haben soll, dass passt dann zu der fremden Sprache, finde ich.

Bei dem Mann sah ich jetzt deutlich (was bei mir so ‚deutlich’ bedeutet), dass es der Student mit der Koralle war. Der wurde dann aber auch mal zum Fuchs und ich erhielt den Hinweis, dass er auch eine Art Trickster für mich sei, ich aber umgekehrt für ihn auch. Wenn das bedeutet, dass unser Humor gefordert ist, soll es mir recht sein, ich lache doch so schrecklich gerne. Eine Beziehung ohne Lachen würde mir aber schon gar nicht gefallen. Aber ich spürte auch dieses Kuschelige (wie beim Fuchs auch), ist halt irgendwie alles. Bin ja mächtig gespannt. Da war noch mehr, aber das fällt mir jetzt nicht ein – soll wohl nicht sein.

Bei der Sprache, das war auch lustig. Also ich spreche – wenn ich mich nicht verstehe – entweder lemurianisch oder aber die Sprache, die die in der Höhle von Lascaux gesprochen haben – kein Wunder, dass ich das nicht verstehe. Dann wurde es irgendwie vielschichtig, vernetzt, kosmisch, mehrdimensional. Also Quintessenz, wenn ich es denn jetzt richtig hinkriege: Unsere Weisheit ist immer in uns, nicht in der Erde oder auf der Erde auch nicht auf irgendeinem Stern, sondern in uns. Doch wir haben Verbindung zu allem, mal stärker mal schwächer, manche haben ihre Weisheit mit einem Stern verbunden und sagen dann, sie würden sie von da holen, ist aber genau so unsere eigene wie bei allem. Andererseits verbinden wir uns aber auch wieder mit unseren Teilen, die da irgendwo im Kosmos oder sonst wo sind. Und hier kommen wohl die Sprachen ins Spiel. Wer eine sehr gute Verbindung hat, kann die entsprechende Sprache – wie du das Ashkani – und hilft damit anderen, deren Verbindung zu anderem stärker ist, sich auch hier zu verbinden. So könnte ich, wenn ich denn für dich fremd quatschen würde, die Verbindung zu Lemurien oder den Höhlen von Lascaux herstellen. Das ist wohl wie beim Übersetzen, den Part übernimmt der, der die Sprache am besten kann. Wir sind dann so was wie kosmische Übersetzer oder so was ähnliches."

Alles klar?



Noch als Kommentar, jetzt über ein halbes Jahr später:

Inzwischen habe ich einen Fuchs als Kuscheltier und es war wohl nötig ein neues Tier zu haben, da ich ja meine Arbeit im Zentrum jetzt anders abhalte - ohne Partnerin. Und letztens begleitete mich eine Krähe, flog über meinen Kopf und berührte mich. ICh habe jetzt das Gefühl, sie wollte mich hier an das Erlebte erinnern.


Alles Liebe
Apfelblüte - Ursula

#23 RE: Huhu von Silverwings 10.11.2010 14:30

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Guten Morgen allerseits!

Öhm ... Morgen? *dröhn*

Na, da ist mir ja schon die halbe Arbeit abgenommen worden, danke Apfelblüte!

Da bleibt mir nur noch meine eigene Fuchsreise von 1994 zu posten. Die hatte ich nämlich kurz vor dem Gesang an Apfelblüte geschickt, was sicher viel damit zu tun hatte, daß ihre eigene Reise dann so rausgekommen ist.

Damals machte ich öfters eine Übung aus der Psychosynthese, bei der man einen Charakterzug, mit dem man nicht klarkommt oder den man tiefer erforschen will, als eine Gestalt sieht, mit der man sich unterhalten kann. Und zu der Zeit war es mir "passiert", daß ich verschiedenen Leuten diverse Dinge versprochen und dann selber sabotiert hatte, daß daraus was wurde. Oberflächlich gesehen tat mir das leid und war mir auch peinlich, aber ich fühlte, wie innerlich irgendwas sich schadenfroh die Hände rieb. Das hat mich dann gewundert, und so beschloß ich, mit dem Ursprung dieser Schadenfreude Kontakt aufzunehmen. Hier folgt jetzt meine Tagebuchaufzeichnung.

Zitat
21.9.94

Habe heute den Ursprung der Schadenfreude kennengelernt. Er erschien zuerst als Dämon, dann als Hase und zuletzt verwandelte er sich in einen Fuchs und blieb auch so. Stellte sich als Trickster vor, meinte, daß dieses ganze Guter-Mensch-Sein-Wollen von mir ziemlich hohl und pathetisch wäre und daß es viel mehr Spaß machen würde, Leuten, die anfangen, pathetisch und salbungsvoll zu werden, eins auszuwischen. „Weißt du noch, was es für nen Spaß gemacht hat, damals , als wir den Göttern die Knochen verpaßt haben? Mann, waren die sauer. Und als wir für die Menschen das Feuer geklaut haben? Die waren so arrogant, sie dachten, nur sie allein hätten ein Anrecht auf das Licht.“

Er/ich erinnerte ich an eine Stelle im Steppenwolf [von Hermann Hesse], wo auch das mühsam aufgebaute Pseudo-Selbst von Harry Haller in tausend Stücke geht und er zum erstenmal erkennt, wie pathetisch und hohl seine ganze moralische Entrüstung die ganze Zeit gewesen ist. „Und du bist genauso“, sagte der Fuchs. „Ich hab das nicht gemacht, um den anderen Leuten eins auszuwischen, sondern dem Teil von dir, der sich selber immer nur als gut und weise und selbstlos/hilfreich sehen will. Wenn du überhaupt irgendwie weiterkommen willst, mußt du lernen, dich selbst nicht mehr so teuflisch ernst zu nehmen.“ Steppenwolf: „Aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“ Golas: „Wir können schließlich alle diese Spiele mit sehr viel mehr Vergnügen spielen, wenn wir uns gewahr sind, was wir wirklich tun.“ Das Steppenwolf-Zitat hatte ich damals schon unterstrichen. Der Fuchs meinte: „Siehst du, das hast du mit achtzehn schon gewußt. Wie ist es dir gelungen, es so lange zu vergessen?“ Ich meinte ,ich hätte es eigentlich nicht so sehr gewußt, sondern anerkannt, daß es wichtig war, aber ich war auch damals schon nicht in der Lage, es in die Praxis umzusetzen.

Der Fuchs meinte: „Komm mit, ich muß dir noch was zeigen.“ Dann war ich auch ein Fuchs, und wir trabten einen Hügel hinauf. Auf der anderen Seite war eine Schafherde. Wir griffen ein Schaf an, rissen es und fraßen es auf. (Füchse reißen zwar eigentlich normal keine Schafe, aber das war egal.) „So, jetzt bist du eingeweiht“, sagte er. „Du weißt jetzt, daß du andere Wesen verletzen, Blut vergießen und auch trinken kannst. Schafe sind so dämlich!“

„Aber auch unschuldig“, wandte ich ein.

„Na, aber du siehst ja, daß sie ihre Unschuld teuer bezahlen: sie sind so dumm, daß sie nicht merken, wenn Gefahr droht, und lassen sich einfach auffressen.“

Die typische Opferlammhaltung: sie ließen sich lieber auffressen, als sich ein Wissen darüber zu erwerben, daß es in der Welt auch Bösartigkeit und Gefahr gab, bloß um ihre Unschuld zu bewahren. Jetzt hatte ich meine eigene Unschuld getötet und aufgefressen und hoffte nur, daß ich in der Lage sein würde, sie einigermaßen zu verdauen.

Dann trabten wir durch den Wald. „Das ist der Wald. Er ist dunkel, aber das ist okay“, sagte der Fuchs. Eine Eule kam von oben auf uns runtergeschossen. Der Fuchs zeigte mir den Weg in einen engen Bau, wo sie nicht hinterherkonnte. „Aber ist das nicht feige?“ fragte ich ihn. „Manchmal muß man abhauen, sonst ist man geliefert“, sagte er.

Dann kamen wir aus dem Wald und trabten einen anderen Hügel hinauf, auf dessen Spitze ein großes schwarzes Kreuz stand. „Erinnerst du dich an Krabat?“ sagte er. „Sowas Ähnliches machen wir jetzt auch.“ Er stopfte eine längliche Pfeife (so ähnlich wie die, die M. hat, aber irgendwie auch wie das Opiumpfeifchen von Pablo im Steppenwolf) und reichte sie mir. Ich zog daran, dann rauchte er daraus, und wir tauchten beide ins Innere der Erde. Durch die Anspielung auf „Krabat“ und „Steppenwolf“ wußte ich, daß es eine Astralreise war und daß unsere Körper weiterhin unter dem Kreuz waren. Wir bewegten uns durch die Erde, als würden wir schwimmen. Dann tauchten wir in wirkliches, unterirdisches Wasser, tauchten wir durch ein Meer nach oben und kamen als Mensch und Dämon oben wieder raus. Wurden eine Weile durch die Luft gebeutelt, damit wir trocken wurden.

Danach war das Feuer dran. Wir sahen von weitem einen Vulkan. „Na, welches Wesen kann Feuer aushalten?“ fragte er mich grinsend. Ich dachte sofort an einen Drachen. Er meinte: „Godzilla auch.“ (Ich hatte mal mit M. einen Godzillafilm gesehen, wo er am Schluß in einem Vulkan begraben wird von Erdmassen. Aber er lebt weiter, weil es nichts gibt, was ihn umbringen kann, weder Feuer noch Wasser noch Gift oder Waffen oder sonst irgendwas.). „Also ich such mir jedenfalls Godzilla aus, aber wenn du lieber einen chinesischen Drachen willst, auch okay“, meinte er, und wir tauchten in dieser Gestalt in de Vulkan. Wir gingen durch das Feuer, schwammen dann druchs Meer als Fische, gruben uns durch die Erde als Maulwürfe.

„Na, was fehlt jetzt noch?“ fragte er mich. Wind fehlte. Auf einmal waren wir auf einer hohen Bergspitze, um die die Winde brausten. Wir verwandelten uns in Adler und ließen uns vom Wind tragen. Er grinste, weil er sah, daß ich die Lektion begriffen hatte: Man war nicht an eine Form gebunden, sondern konnte jegliche Form wählen, die der Situation gerade angemessen war. Als Füchse hätten wir das Feuer nicht überlebt, deshalb hatte ich auch erst ein bißchen Angst. Den Stürmen war ein schwerer Säugetierkörper nicht gewachsen, man brauchte einen leichten Körper mit Flügeln.

„Es ist nicht illoyal oder was“, sagte er. „Du mußt nicht immer einer Form treu bleiben. Du selbst bleibst immer gleich, egal, wie du gerade von außen aussiehst. Wenn du dir selber treu bleibst, kannst du jede Form annehmen, die du willst, und brauchst keine Angst zu haben, daß du auf einmal nicht mehr da bist. Die Form ist nur zeitweilig, von der Situation bestimmt. Wenn die Situation sich ändert, nimmst du eine neue Form an. Es mach Spaß, du wirst sehen. Es ist kein Täuschungsmanöver, bloß Pragmatismus. Du kannst immer wieder zu dir selbst zurückkehren.“

Dann waren wir wieder zurück auf dem Hügel, auf dem das Kreuz stand. Hinter dem Kreuz erhob sich jetzt ein großer Kreis mit einem Punkt in der Mitte, der aber nicht fest war, wie das Kreuz, sondern aus flimmernder Luft zu bestehen schien. Er vereinigte sich mit dem Kreuz zu einem Rad, und dem Rad wuchsen Flügel. (Ich dachte noch: „Komisch, daß in meinen Geschichten immer Flügel vorkommen.“) Wir setzen uns darauf und flogen damit über den Wald hinweg und landeten in einer kreisförmigen Vertiefung, die aussah wie das Rad (genauso groß). Wir reichten uns die Hände. „Dies hat nichts mit Sex zu tun“, sagte er, „nur mit dem Körper. Du kannst alles überleben, wenn du das kapierst.“

Dann kam mir noch der Gedanke, daß ja das Pathos auch was mit meinem Bedürfnis nach Heldentum zu tun haben könnte, und ich dachte, man könnte ja auch gleich noch eine Reise mit dem Helden unternehmen. Er erschien auch, meinte aber: „Mach jetzt nichts mehr, lies erstmal weiter. Ich verstehe mich übrigens ganz gut mit dem Fuchs.“ Dann sah ich sie beide zusammen Schach spielen. Der Fuchs zog eine Figur und sagte: „Schach matt!“ Der Held fluchte gutmütig grinsend: „Scheiße, schon wieder verloren!“ Dann drehten sie das Brett um und begannen ein neues Spiel. Ich ließ sie dabei und las das Kapitel weiter. Es handelte davon, daß man seine sozialen Rollen als Masken durchschaut und aufhört, sich damit zu identifizieren – der Eintritt ins Kehlchakra. Daß man zum „Meister der Verwandlungen“ wird, wenn man merkt, daß keine dieser Masken man selber ist. Etc.




Silverwings

#24 RE: Huhu von sternenbrücke 10.11.2010 21:31

Danke Apfelblüte und Silverwings für diese wunderschönen Initiationserzählungen/Reisen,

Lässt in mir auch die Erzählung im Buch Wyrd anklingen, dass mich in den Achtzigern einige Jahre begleitete
http://www.amazon.de/reader/3897674416/2..._pt#reader-link

...Unser Lachen schallte über die Lichtung und scheuchte die Krähen aus den Bäumen auf. Sie schwenkten flußabwärts ein und sausten in einem hüpfenden, schlingernden Zickzackflug davon. Ich sah das Muster ihres Fluges,

und ich verstand.

Lieben Gruß
Volkmar

#25 RE: Huhu von Arkana 11.11.2010 13:46

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passt gut zu deinem Avatar - lieber Volkmar

ich hör dein Lachen
und seh deinem übermütigen schlingernden Fliegen zu und schwubs -
mach ich mit

einem Freudentanz gleich
den ihr beiden liebe Apfelblüte und Silverwings angezettelt habt

lieben Gruss
Arkana

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