#1 Die drei Damen der Poesie von Apfelblüte 10.07.2011 11:18

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Hier der angekündigte Text. Es ist ungefähr die Häfte der Broschüre. Wer mehr lesen möchte, kann mir eine Mail schicken. Die pdf-Datei per Máil ist kostenlos.

Prolog[/size]

Ich kannte sie nicht, diese drei Damen der Poesie, die mir doch so vertraut sind und so viel für meinen eigenen Werdegang als Schriftstellerin bedeuten. Bisher hatte ich geglaubt, dass alles Wissen, die Liebe zur Sprache, die Fähigkeit, Gefühle, Situationen, Farben und Töne in Worte zu kleiden, ja dass dies alles mir von drei Männern vermittelt worden sei: Cladaigh, Jacques und André.
Es mochte ja sein, dass mich André unterstützte, er war schließlich ein begnadeter Journalist und Verfasser wundervoller Gedichte. Aber Cladaigh hatte als Barde eher die Werke anderer rezitiert. Vor allem aber musste er sich an ganz fest Regeln halten. Das Gleiche gilt für Jacques, der bei einem Troubadour gelernt hatte. Und schließlich hatten beide – früher oder später – andere Aufgaben wahrgenommen. Cladaigh diktierte auf Iona einem Mönch alles, was er gelernt hatte. Und Jacques war die längste Zeit seines Lebens Tempelritter, da fand er wohl kaum die Muße, Gedichte oder ähnliches zu verfassen-.
Warum war ich nicht vorher auf die Idee gekommen, nach anderen Ausdrücken zu fragen, die zweifelsohne eher meine poetischen oder vielmehr dichterischen Fähigkeiten beeinflussten? Es mag ja sein, dass es in den letzten zweitausend Jahren kaum Dichterinnen von Rang und Namen gab, zumindest nicht vor dem achtzehnten Jahrhundert. Aber hatte ich wirklich vergessen, dass es davor sehr wohl Zeiten mit hoch gebildeten Frauen gegeben hatte?
Aber alles hat seine Zeit – das weiß ich inzwischen. Und oft sehen wir etwas nicht, weil bestimmte Teile noch nicht erledigt sind, Fähigkeiten noch nicht erworben und Wunden noch nicht geheilt.
Auf einmal war die Zeit da: Es bedurfte nur ein paar kurzer Sätze, ausgesprochen von einem Menschen, den ich noch nicht einmal persönlich kenne. Und ich wusste: die Zeit ist reif. Verbinde dich und schaue nach, wer da all die Zeit im Verborgenen gewirkt hat.

Eine Reise in die Tiefe

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich Kontakt fand zu den Frauen, von denen ich nur ahnte, dass es sie gibt. In meiner linken Hand ruhte eine Karte des Engels Muriel, in der rechten hielt ich eine Schwanenfeder, so als wolle ich damit schreiben. Dazu lief leise eine wundervolle, zärtliche Musik.
Dann zeigte sich die erste der drei Damen. Sie war groß, schlank und blond und ich fand sie sehr schön, obgleich ich kaum etwas von ihrem Gesicht erkennen konnte. Sie berichtete mir, ihr Name sei Agape und sie lebe in Atlantis. Sie schrieb Erzählungen und märchenhafte Geschichten und Gedichte. Sie rezitierte aus ihren Werken, sprach aber oft auch spontan, ohne dass sie es vorher niedergeschrieben hatte. Sie lebte am Rande einer Stadt, in einem großen Haus zusammen mit mehreren Dienern.
Es ging ihr gut, ja wir würden heute vermutlich sogar sagen, sie lebte in Wohlstand. Sie und ihre Kunst waren höchst angesehen. Doch sie lebte allein – von den Dienern einmal abgesehen. Es gab keine Familie. Sehr wohl aber einen Mann, der wie sie dichtete und sie hin wieder in ihrem Haus aufsuchte. Sie waren in tiefer Liebe miteinander verbunden, sahen sich aber oft monatelang nicht.
Sie lächelte mir noch einmal zu, dann wechselte die Szene.

Nun befand ich mich in Ägypten. Eine Frau näherte sich mir, schlank und zierlich, mit glatten schwarzen Haaren und tiefdunklen, fast schwarzen Augen. Sie lebte in Theben und nannte sich Noftret-ur. Auch sie lebte in Wohlstand, in sehr großem Wohlstand sogar, hatte mehrere Diener, die sie liebevoll umsorgten, und einen Sekretär/ Schreiber, der ihre Werke aufzeichnete. Sie schrieb manches Gedicht zuerst selbst, doch er kopierte es für die Öffentlichkeit und so manches Werk diktierte sie ihm direkt.
Ich konnte erkennen, dass dieser Mann der gleiche war, wie jener Dichter in Atlantis. Er war Nofret-ur treu ergeben, ja er verehrte sie. Doch dann nahm ich eine schwarze Wolke über den beiden wahr – und die Szene brach ab.

Nun befand ich mich in der Ägäis auf Lemnos. Wieder erschien mir eine Frau, sie nannte sich Dorkas, was auf Griechisch Gazelle bedeutet – und sie bewegte sich auch wie dieses edle Tier. Sie schrieb vor allem Gedichte, die hoch geehrt wurden. Sie lebte in einem Haus in Wohlstand, umgeben von vielen Dienern. Doch weit und breit war kein Mann zu sehen. Als ich sie danach fragte, lächelte sie wehmütig. Doch, es habe einen gegeben, einen einzigen. Sie habe ihn nur einmal kurz gesehen, dann nie wieder. „Nicht einmal unsere Hände haben sich berührt“, meinte sie. „Und doch habe ich ihn erkannt.“
Ich erkannte ihn ebenfalls, denn auch ich bin ihm begegnet, und auch unsere Hände haben sich nicht einmal berührt.

Agape

Alles, was ich von dieser Frau wahrnehmen konnte, schmeckte nach Wohlstand, einem Leben in Muße und Glück, Geborgenheit und einer Gleichmäßigkeit, die Sicherheit schenkt, ohne langweilig zu werden. Der Mann, den sie liebte, war ein Dichter, er liebte die gleichen Dinge wie sie, kam aus der gleichen Gesellschaftsschicht, war eben so erfolgreich wie sie und eben so wohlhabend.
Da sie nicht zusammen lebten, sich aber regelmäßig, wenn auch oft in großen Abständen, sahen, gab es keine Konflikte, keine niedrigen, hässlichen Streitereien um Alltäglichkeiten. Sie waren miteinander verbunden und doch frei.
Als ich dies alles bemerkte, fragte ich mich unwillkürlich, ob es tatsächlich so etwas geben könne. Es wirkte fast ideal, ja nahezu vollkommen, insbesondere für Menschen, die ihre Freiheit lieben und ausreichend Vorlieben haben, um ihre Zeit zu füllen.
Doch was war das? Da gab es tatsächlich einen Riss in diesem eleganten Gewebe, einen Flecken auf dieser makellosen Wand. Mann und Frau liebten sich von Herzen, sie schätzten sich gegenseitig als Zuhörer und Kritiker, waren sich Muse und Ansporn. Nie streifte sie der Gedanke, eine Familie zu gründen oder gar Kinder zu zeugen. Sie hatten Kinder genug – all ihre Werke.
Und dann wurde diese Frau schwanger. Es war gerade in einem Zeitraum, da der Mann für mehrere Monate ihr fernblieb. Sie wurde umsorgt von ihren Dienstboten, es gab weder Gerede noch sonstige Schwierigkeiten. Doch ehe ich mich fragen konnte, wie in diese ideale Beziehung ein Kind passen würde, verlor sie das Kind – kurz vor der ausgerechneten Niederkunft.
Ich konnte nicht erkennen, ob sie ihm überhaupt davon berichtete – wenn aber doch, so geschah es eher in einer Art Nebensatz. Was ich aber fühlte war, dass sie feststellte, dass es da plötzlich etwas gab, in dem sie sich von dem geliebten Partner unterschied. Und mir kam die Idee, dass sie ein Stück von ihrer schöpferischen Kraft verloren hatte.

Nofret-ur

Diese zierliche Ägypterin kannte keine Sorgen, sie hatte nie welche kennen gelernt. Sie stammte aus einer reichen Familie, sie lebte ein Leben, ganz so wie sie es liebte. Ihre Werke waren von zauberhafter Schönheit – aber nicht nur das. Sie schilderte ihre Kenntnisse und Erfahrungen in Worten, die auch Menschen verstanden, die ihre Fähigkeiten nicht besaßen. Denn Nofret-ur war in der Lage, in Träumen und anderen ähnlichen Zuständen die Welten hinter dem Erdenschleier aufzusuchen.
Sie verfasste Werke, die die Welt nach dem Tod beschrieben, sie legte Zeugnis ab von ihren Begegnungen mit den Göttern und Göttinnen. Und sie hätte glücklich sein können, wen nicht ein Wunsch unerfüllt geblieben wäre. Sie sprach nie darüber, ja keiner ihrer Diener wäre je auf die Idee gekommen, dass die geliebte Herrin etwas vermissen könnte.
Doch Nofret-ur sehnte sich nach Liebe, nach der Liebe eines Mannes. Fast mit Schrecken hatte sie erkannt, dass es nur einen Mann gab, den sie lieben konnte, und das war ihr Schreiber. Doch das war unmöglich. Die bittersüßen Gefühle, die die täglichen Begegnungen mit ihm in ihr weckten, führten nur dazu, dass ihre Werke noch strahlender und formvollendeter wurden.
Dann geschah das Schreckliche: der geliebte Mann wurde verleumdet. Man warf ihm politische Intrigen vor, und als ob das noch nicht ausreichte, schaltete der Verleumder die Priester von Theben ein. Nofret-ur versuchte alles, was in ihrer Macht stand, um den Mann zu retten, dem sie endlich in den Tagen der Not ihre Liebe gestand. Eine Woche höchsten Glücks war den beiden beschieden, dann wurde er in ihrem Haus festgenommen und sie hörte nie mehr von ihm. Keiner der vielen Quellen, keiner der Helfer und Helfershelfer, über die sie verfügte, konnte auskundschaften, was mit ihm geschehen war. Bis an ihr Lebensende blieb sie im Ungewissen, ob er noch lebte oder schon lange tot war und sie erfuhr nie, wer für dieses Unglück verantwortlich war.
Doch wenige Monate nach seiner Festnahme erlitt sie eine Fehlgeburt. Ihre Dichtung wurde nur noch zarter und durchgeistigter. Aber ihre Kraft war geschwunden und sollte nie wiederkehren.

Dorkas

Sie war auf Lemnos zur Welt gekommen und hatte kaum je diese Insel verlassen. Dorkas liebte ihre Heimat, die leuchtende Sonne, das tiefblaue Meer, die anmutigen Häuser und die Menschen, die ihr alle vertraut waren. Zwar starben ihre Eltern früh, doch ihr Erbe war groß, das Haus wundervoll und die Dienerschaft betete sie an. Sie hatte viele großartige Lehrer gehabt und schon früh unter deren Anleitung begonnen, Gedichte zu verfassen. Und bald schon beteuerten ihre Lehrer, dass sie ihr nichts mehr beibringen könnten.
Ihr Leben war ein einziger Fluss aus Wörtern und Tönen. Von alltäglicher Sorge bekam sie nichts mit, es sei denn, sie suchte es, um Stoff für ihre Werke zu finden.
Doch seltsam, so sehr man ihre Schönheit pries, sowohl die ihres Körpers als auch die ihres Herzens und die ihrer Werke, es fand sich nie ein Mann, der sie bat, seine Frau zu werden. Sie ließ es gleichgültig, denn keiner rührte ihr Herz. Bis zu jenem Tag, da sie dem Fremden begegnete, der vor der Insel gestrandet und von den Fischern gerettet worden war.
Ihre Nachbarn hatten ihn bei sich aufgenommen. Ein paar Mal hatte sie ihn gesehen, sie hatte mit ihm einige Worte gewechselt. Doch nie hatten sie sich berührt, auch wenn ihre Augen nicht voneinander lassen konnten. Dann war er verschwunden, der Abschied von ihr war kurz und schmerzlich, denn er wollte heimkehren zu seiner Familie, die auf dem kleinasiatischen Festland wohnte, heimkehren zu Frau und Kindern, die dort auf ihn warteten.
Oftmals dachte sie voller Wehmut an ihn, sie klagte im Stillen, dass er nie ein Wort von Liebe gesprochen und sie nie berührt hatte. Und dann wieder dankte sie ihm, dass er sie nicht bestürmt und ihr Gewissenskonflikte erspart hatte. Denn dass auch er sie liebte hatte sie in seinen Augen gelesen.
Ihre Gedichte erzählten alle davon, sie sprachen eine ganz neue Sprache, die Menschen priesen sie und verehrten Dorkas fast wie eine Göttin. Doch keinem verriet sie, welchen Preis sie dafür bezahlt hatte.

...

[size=150]Danke


An dieser Stelle möchte ich danke sagen. All denen, die mir im Laufe der vielen Jahre die Techniken gezeigt haben, mit denen ich nun arbeite, vor allem Sandra Ingerman und Tom Cowan.

Ich möchte Monika Sänger danken, weil ihre Worte mich auf die Idee brachten, in schamanischen Reisen mir genau dieses anzusehen.

Mein ganz besonderer Dank aber gilt der Seele Cosmo, der ich in so vielen Gestalten immer wieder begegnet bin, als Klytos, Amen-hotep und Isidor. Aber noch so vielen mehr, die ich hier gar nicht aufzählen will. In diesem Leben haben wir uns nur für wenige Wochen gesehen, aber die Erinnerung daran hat mich inspiriert, ganz so, wie es diese Seele immer wieder getan hat. Vor allem aber weiß ich durch dich, was auf der Erde Liebe bedeutet.

#2 RE: Die drei Damen der Poesie von Monika 10.07.2011 18:47

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Hi Apfelblüte,

ich würde mich über eine Mail freuen mit der Broschüre.
Liebe Grüße

#3 RE: Die drei Damen der Poesie von Apfelblüte 10.07.2011 19:07

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Hi Monika,

ich habe sie dir per Mail geschickt.

Vielleicht als Hinweis für andere Interessierte. Das geht nur an eine Mailadresse, hier über das Forum funktioniert es nicht, da man da nichts anhängen kann.

Alles Liebe

Apfelblüte - Ursula

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